Bio - Long German Version

“Reading backwards / looking for questions to my answers”. Kaum zu glauben, dass dieser Mann aus Missouri erst 24 Jahre alt ist. Ian Fisher hat bisher sechs Alben aufgenommen, über 1000 Songs geschrieben und ist mehrmals quer durch Europa getourt. Und er schreibt und singt Lieder, die tief mit der amerikanischen Folk-Geschichte verwoben sind und in ihrer Größe und Weisheit von jemand stammen müssten, der - wie man erwartet - schon mehr vom Leben gesehen hat.

Wenn Americana das neue große Ding nach Neo-Soul und 80s-Elektro-Indie werden sollte, wäre Ian Fisher der bärtige Coverboy dazu. Wenn nicht, wird er eben weiter mit seiner Stimme Clubs und Läden ausfüllen und weiterhin Menschen glücklich und berührt nach Hause schicken. Oder mit ihnen an der Bar über das Leben und die Weltpolitik sinnieren. Seine Musik verweist auf die großen Namen von Woodie Guthrie, Bob Dylan oder Jeff Buckley, könnte aber auch als eine traditionellere Version von Indie-Darlings wie Bon Iver, Okkervil River oder Bright Eyes (deren Heimat Omaha auch räumlich gar nicht weit von Missouri entfernt liegt) gehört werden.

Aufgewachsen zwischen dem Highway 61 und dem Fluss Mississippi, ging Ian Fisher mit 21 ins europäische Exil, studierte Politik in Wien, gründete dort mit Mitgliedern von Naked Lunch und A Life, A Song, A Cigarette eine Art österreichische Supergroup namens Nowhere Train, die mit Unterstützung des Radiosenders FM4 zwei Wochen mit dem Zug zum nächsten, täglich morgens noch unbekannten Konzertort tourte. Nach einem halben Jahr in New York zog er 2010 nach Berlin.
Neben den beständigen Touren durch Europa arbeitet Ian Fisher derzeit an drei Alben gleichzeitig: An einem in Bandformation als Ian Fisher and the Past, an einem in Folk-Duo-Formation unter dem Namen Ian Fisher and the Present, und einem experimentelleren mit dem Titel Ian Fisher and the Future.

Die vorliegende EP ist der Vorbote des Band-Albums, selbstbetitelt als „Ian Fisher and The Past“, das bei Roy Knauf aufgenommen wurde, der u.a. mit Deichkind, Peter Fox und Miss Platnum zusammenarbeitete. Das Mixing übernahm Hannes Bieger, zuletzt mit dem neuen Mia.-Album beschäftigt. 13 Songs wurden in vier Tagen live eingespielt, in einer sechsköpfigen Formation aus Wegbegleitern und Freunden, die kaum ein paar Stunden zuvor zusammengefunden hatte, aber traumwandlerisch die Songs unterstützt. Hier schwingt der Bass, wimmert die Pedal Steel, verströmt die Wurlitzer-Orgel ihre Wärme, setzt die Band auf den Punkt ein, dass man unmittelbar die Weite des amerikanischen Hinterlands vor Augen hat. Hört man die Aufnahmen, wird man den Eindruck nicht los, dass es sich hier um die beste Indie-Country-Band östlich des Atlantiks handeln muss. Das komplette Album soll Ende 2012 erscheinen.

Aber das Entscheidende ist, dass hier jemand etwas zu sagen hat. Nicht nur über die großen Fragen der Liebe („Push yourself away from me/ so I can reach out and grab you“), über die persönlichen Zweifel, sondern auch über das, was da draußen und insgesamt schief läuft. Über die Fragen, die uns alle beschäftigen. Auf der Suche nach den Wegen, die diese Antworten uns weisen.

Peer Göbel (26. März 2012)

Ian Fisher - Vocals and Guitar

Ian Fisher & The Past:
Max Andrzejewski - Drums (Expressway Sketches, New Foundland)
Simon Bauer - Bass (Hans unlucky band, Berlin / Göteborg String Theory, Bernhard Eder, Slow Trio, Salt)
Ryan Thomas Carpenter - Wurlitzer, Backing Vocals, & Acoustic Guitar (St. Louis MUNY Theatre, The Nowhere Train)
Andreas Laudwein - Electric Guitar (The Alma Church Choir, Miss Kenichi, Lena Paul)
Ollie Samland - Pedal Steel (Strange Country, Bernhard Eder)
Rike Scheffler - Backing Vocals

Ian Fisher & The Present:
Ryan Thomas Carpenter - Acoustic Guitar & Backing Vocals

Ian Fisher & The Future:
Simon Bauer - Bass & Magic
Other Members To Be Announced…

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Other Projects That Ian Fisher is involved in:

Junior: www.juniormusic.info
Nowhere Train: http://www.youtube.com/watch?v=BUUJG_pz2aw
Lasse Matthiessen & the Seasons: http://lassematthiessen.dk/